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Supercar mit traditionellen Wurzeln

by tmueller

Der Alfa Romeo 8C Competizione wurde 2006 vorgestellt. Ein Supersportwagen (und NEOClassic – also Sammlerwagen obwohl ganz jung) mit 332 kW (450 PS) starken Achtzylindermotor hatte Vorbilder in der Historie von Alfa Romeo. Gleichzeitig warf man einen Blick in die Zukunft der Marke.

Der Alfa Romeo 8C Competizione fasste die Essenz der Marke zusammen, beginnend bei der Modellbezeichnung: 8C erinnerte an erfolgreiche Achtzylinder- Rennfahrzeuge der 1930er Jahre, Competizione war eine Referenz an die legendären Alfa Romeo der 1950er Jahre, die unter anderem Siege beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans und beim berühmten Straßenrennen Mille Miglia feierten. Das Design des Alfa Romeo 8C Competizione zeigte starke Zitate aus der Geschichte der Marke. Der Alfa Romeo 8C Competizione war Erfolg und Meilenstein. Innerhalb von wenigen Wochen gingen rund 1.400 Bestellungen ein – die limitierte Serie von 500 Stück war ausverkauft, noch bevor die Produktion startete.

Anfang 2006 gab Sergio Marchionne, zu dieser Zeit CEO von Fiat Group Automobiles (heute Fiat Chrysler Automobiles FCA) das Signal, die Serienproduktion eines Konzeptfahrzeugs zu starten, das auf der IAA 2003 in Frankfurt viel Wirbel ausgelöst hatte. Der Alfa Romeo 8C Competizione wurde in seiner endgültigen Form auf dem Pariser Autosalon im Herbst 2006 vorgestellt. Innerhalb von wenigen Wochen gingen rund 1.400 Bestellungen aus aller Welt ein. Die geplante Auflage von 500 durchnummerierten Exemplaren war bereits lange vor Produktionsstart ausverkauft.

Die Essenz von Alfa Romeo
Die Geschichte des Alfa Romeo 8C Competizione beginnt mit seinem  Namen. 8C – als Abkürzung für „otto cilindri“ (acht Zylinder) – bezieht sich auf die von Vittorio Jano entworfenen Alfa Romeo mit Achtzylindermotoren, die in den 1930er Jahren Rennen auf der ganzen Welt gewannen. Mit dem Tipo 8C 2300 feierte die Marke unter anderem vier Siege in Folge beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans und drei beim legendären Straßenrennen Mille Miglia in Italien. Vier weitere Mille-Miglia-Siege steuerte der Tipo 8C 2900 bei. „Competizione“ – italienisch für Wettbewerb – wurde erstmals als Kennzeichnung für eine Rennversion beim Alfa Romeo 6C 2500 verwendet, den der spätere Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio bei der Mille Miglia 1950 fuhr. Der Alfa Romeo 8C Competizione des 21. Jahrhunderts wurde entwickelt, um die Essenz von Alfa Romeo zu verkörpern und neu zu beleben. Der Supersportwagen griff technische Themen auf, die der Marke am Herzen liegen. Dazu zählen Leichtbau, in diesem Falle durch eine spezielle Chassiskonstruktion und die Verwendung von Aluminium, Titan, Kohlenstoff und Verbundwerkstoffen. Für eine ausgeglichene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse sorgte die sogenannte Transaxle-Bauweise, also mit längs eingebauten Frontmotor und Getriebe an der Hinterachse. Außergewöhnliche Fahrpräzision garantierte das aufwändig konstruierte Fahrwerk mit doppelten Querlenkern ringsum.  Als Antriebsquelle für den Alfa Romeo 8C Competizione diente ein V8-Saugbenziner mit 4,7 Litern Hubraum, der 332 kW (450 PS) leistete. Damit war eine Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h in 4,2 Sekunden möglich. Zum ersten Mal seit Anfang der 1990er Jahre wurde außerdem ein Serienfahrzeug von Alfa Romeo wieder ausschließlich über die Hinterräder angetrieben.

Kreativität und Wissenschaft
Ab den 1930er Jahren hatten Konstrukteure und Karosseriebauer begonnen, die Aerodynamik von Automobilen zu verstehen und zu verbessern. Geringer Luftwiderstand wurde auch als Schlüssel zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Rennwagen erkannt. Im ersten Schritt wurden externe Elemente wie Kotflügel und Scheinwerfer in die Karosserie integriert.  Diese Herausforderung für die großen Designer ihrer Zeit regte auch ihre Phantasie an. Es galt die Überzeugung, dass alles, was schön ist, auch effizient sein muss. Die Designer entfesselten ihre Kreativität und ihr Können und entwarfen einige der schönsten und im Rennsport erfolgreichsten Autos aller Zeiten.

Alfa Romeo und das „Trilobo“
Aus der frontalen Perspektive ist jeder Alfa Romeo unverkennbar. Markant sind der zentrale, schildförmige Kühler – italienisch „Scudetto“ – und horizontale Lufteinlässe auf beiden Seiten. Diese Kombination wird im Italienischen „Trilobo“ genannt. Es entstand in den 1930er Jahren.

Der „Trilobo“, eher zufällig aus technischen Zwängen entstanden, wurde zum ersten Mal beim Alfa Romeo 6C 2500 Freccia d’Oro von 1946 offiziell als Markensymbol geführt. Wie alle Ikonen entwickelte sich auch der „Trilobo“ im Laufe der Zeit weiter und spiegelte de Zeitgeist wider. Der Alfa Romeo 1900 trug den „Trilobo“ geschwungener und prägnanter, beim Modell Giulietta wurde er fast schon zierlich. Für die Alfa Romeo Giulia nahm er eine aerodynamisch günstigere Form an, um in den 1970er und 80er Jahren eckiger ausgeführt zu werden. In den 1990er Jahren wurde der „Trilobo“ minimalistisch und fast schon stilisiert.

Das Erbe des Alfa Romeo 8C Competizione
Das Karosseriedesign des 8C Competizione zitierte die berühmtesten Elemente des Stils von Alfa Romeo und wurde zu einer natürlichen Inspiration für alle späteren Baureihen der Marke (auch für Großserienmodelle wie Alfa Romeo MiTo und Alfa Romeo Giulietta).

Fotos: ©Alfa Romeo

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