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Nachruf Bruce Meyers

by Adrian Duncan
Ein kleiner Strandwagen prägte eine ganze Surfer-Generation in den 60er und 70er Jahren. Der später Beach Buggy genannte Manx wurde von Bruce Meyers erfunden. Allerdings betonte Bruce Meyers immer wieder, er habe lediglich nur das Spritzguss-Verfahren für die leichten Karosserien erfunden, damit man damit die leichten Buggies erst bauen konnte. Am Freitag den 19. Februar verstarb die Legende der Automobilgeschichte im Alter von 94 Jahren in Folge einer Blutkrebserkrankung.

Die Geschichte von Bruce Meyers Manx begann 1964, mit dem Bau des Old Red (Alter Roter), dem ersten jemals gebauten Beach-Buggy aus Fiberglas. In einer kleinen Garage in Newport Beach, Kalifornien, baute Bruce Meyers eine eher wannenartige Kunststoff-Karosserie, die er auf einem stark modifizierten Chassis eines VW Käfers aufsetzte. Seine Erklärung für diese einfache Bauweise war kurz und prägnant. „Wer schnell fährt, will die Straße direkt vor sich sehen und nicht über eine lange Front hinwegschauen und eine Frau, die durch eine große Pfütze läuft, hebt in jedem Fall ihr Kleid an“. Dies führte dazu, dass der Fahrer in der Karosserie sehr weit vorne sitzt und die Seitenlinie sehr weit oben liegt. Motor und Getriebe wurden am Heck der Wanne befestigt und die Vorderachse an der Front der Wanne.

Bruce Meyers hatte ein bewegtes Leben. Er galt im zweiten Weltkrieg als Kriegsheld. Als US-Marine diente er auf einem Kriegsschiff. Als dieses Schiff vor Okinawa durch zwei Kamikaze-Jäger zum Sinken gebracht wurde, gab er einem Kameraden seine Rettungsweste, griff einen schwer verletzten Kameraden und schwamm mit ihm zwei Stunden lang durch einen brennenden Ölteppich. Diese Geschichte klingt wie aus einem Hollywood-Film. Doch sein ganzes Leben klingt danach. Nach dem Krieg wurde Bruce Meyers zu einem Surfer-Helden auf einem der hohlen Holzsurfbretter. Gearbeitet hatte er als Seemann. Er begann Schiffe aus Spritz-Kunststoff herzustellen und baute zugleich auch die ersten Glasfaser-Surfbretter.

In seiner Freizeit war er leidenschaftlicher Offroad-Rennfahrer und er wollte bei dem berühmten Baja-Rennen an der Küste Mexikos teilnehmen. Das Fahrzeug für dieses Rennen sollte schnell und günstig sein. Auf einem Holzmodell hatte Bruce Meyers eine erste Wanne für seinen Manx aus Spritzkunststoff gebaut. Dabei hatte er nur an den leichten Aufbau des Offroad-Rennwagens gedacht, keineswegs aber daran, dass er damit den kultigsten Dünen-Buggy erschaffen hatte.  Er baute für sich und seine Freunde zwölf Exemplare dieses leichten Baja-Rennwagens. Während der Rennpausen sollten die Spaßmobile die Piloten mit ihren Surfbrettern auf kürzestem Weg zum Wasser bringen.  Am Anfang fuhr Bruce Meyers mit etwa vier Litern Epoxyid-Harz und ein paar Metern Glasfaserstoff im Auto, da er seiner Konstruktion noch nicht ganz traute. Doch die noch überlebenden und originalen „Red Old“ Manx, die heute erhalten sind, hatten bis heute keine Schäden oder Reparaturen an der Kunststoffkarosserie. Die „Wannen“ hielten perfekt. Selbst unter den harten Strapazen des Baja-Rennens.

Nur zwölf dieser Wagen wurden so original gebaut. Dann änderte Bruce Meyers das Format, damit er den Monocoque auf dem VW-Käfer-Unterbau aufbauen konnte. 1970 verließ Bruce Meyers die Firma, die 1971 zunächst ihren Betrieb einstellte. Viele weitere Firmen boten über die Jahre hinweg ähnliche Konzepte als Bausatz für die Endverbraucher an. Karmann verkauft im Auftrag von Volkswagen auch ähnliche Buggy-Aufbauten. Allerdings fertig montiert.

1999 eröffneten Bruce und Winnie Meyers im Valley Center, Kalifornien die Fiberglas Kitcar Company. Der klassische Manx in einer Auflage von 100 Exemplaren wurde wieder angeboten. 1994 war die Geburtstunde des Manx Clubs, der heute 4300 Mitglieder hat.

Es gibt kaum einen anderen Wagen, der fast 60 Jahre alt ist und so trendig aussieht, wie der Meyers Manx. Jetzt hat der Beach-Buggy einen elektrischen Nachfahren bekommen, der mit einem Rev-TEC Motor Spaß bringen soll. Und der ursprüngliche Wagen wurde Anfang Mai durch die Historic Vehicle Association als zweiter Wagen in das HAER Register (Historic American Engineering Record) aufgenommen.

Fotos: ©. meyersmanx.com

www.historicvehicle.org

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