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Blecharbeiten: Motorrad-Kotflügel formen Teil 1

by Kay MacKenneth

Für ein Motorrad muss der hintere geschwungene Kotflügel nachgebaut werden, da das Original sehr verrostet ist. Das zugeschnittene Blech wird zuerst an der Stauchmaschine entlang der beiden seitlichen Ränder gestaucht. Das Stauchen sollte stückweise und nicht zu stark durchgeführt werden, denn sonst entstehen zu große Falten im Blech. Das gestauchte Material wird nämlich an der Stauchmaschine in die Mitte der Stauchbacken zusammengezogen und zusammengepresst.

Um das Stauchen gleichmäßig durchführen zu können, gibt es einen einfachen Trick. Der Rand der Backen wird direkt an die Stelle angesetzt, an der die sichtbare Stauchung eingetreten ist. So hat man einen guten Anhaltspunkt und wenn die angewendet Kraft gleich bleibt, wird die Form sehr gleichmäßig.

Nach dem Stauchen reinigen wir erst einmal das Blech, denn beim Stauchen wird eventuell etwas Späne freigelegt und für die nächsten Schritte sollte die Oberfläche Sauberkeit, damit die Werkzeuge geschont werden. Auf einem Sandsack wird das Blech mit einem Kunststoffhammer in Form geklopft. Dabei wird zuerst das Blech entlang der Mitte getrieben und erst danach die Zonen zum Rand hin. Durch das gleichmäßige Treiben entsteht eine sehr regelmäßige Oberfläche, die allerdings noch stark verbeult ist. Diese Beulen kann man mit einem Glättehammer und einem Dolly aus dem Blech treiben, aber schneller geht es mit Rollenstreckmaschine. Das unregelmäßige Blech wird unter leichter Spannung durch die Rollen geführt. Die untere Rolle wird an die endgültige Wölbung angepasst. Wir verwenden in diesem Fall die Rolle #3, eine nur leicht gewölbte Rolle, da die endgültige Wölbung nicht sehr ausgeprägt ist.

Stück für Stück wird das Blech immer glatter und die Oberfläche ist sehr gleichmäßig. Mit einem Klebeband wird nun die Linie angeklebt, an der die beiden Sickenstufen geformt werden soll. An der Rollenstreckmaschine werden zwei Stufensicken eingesetzt. Die obere Rolle wird ganz genau entlang der Klebestreifen Kante entlanggeführt. Natürlich reicht auch eine Einzeichnungen, aber das Klebeband ist wesentlich sichtbarere und hilft dabei, die Sickenrollen sehr genau zu führen. Dieser Vorgang wird von zwei Seiten aus durchgeführt und dadurch entsteht die mittlere Stufensicke. Nun wird auf der Innenseite des Kotflügels der Rand angeklebt. Mit einer dünnen Sickenrolle oben und einer flachen Rolle auf der Unterseite, kann der Rand stückweise umgelegt werden. Der abgebördelte  Rand ist allerdings durch die Koflügelrundung am Ende sehr gewölbt. Nach mehreren Durchläufen könnten sich die Wellen lösen, doch dann wäre die Gefahr, dass die Rollen das Blech an der Abkantlinie zu sehr quetschen und das Blech zu dünn wird und bricht.Daher wird der Rand mit Hilfe eines Hammers und Dolly geglättet.

Die letzten Unregelmäßigkeiten entlang des umgelegten Rands werden an der kleinen Strauchmaschine ausgeglichen. Durch das sehr leichte Stauchen, wird der Rand geglättet und legt sich. Da die Wölbung noch nicht ausreicht, wird an der tiefen Stauchmaschine der Rand nochmals stückweise und gleichmäßig gestaucht. Damit ist der erste Teil des Kotflügels fertig.

Fotos: ©Kay MacKenneth

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