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Blecharbeiten – Kühlermaske nachfertigen mit einer flexiblen Treibschablone Teil 1

by cctv_editor

Um bei dem Umformen von Blech die richtige Form zu erhalten, ist es wichtig vor den Treibarbeiten immer eine entsprechende Formenschablone anzufertigen. Eine solche Schablone enthält alle Informationen, die man für das Umformen benötigt. Das gilt für ein einfaches Bodenblech, ebenso wie für eine komplexere Form. Welche Informationen eine solche Formenschablone enthält und wie eine solche Schablone angewendet wird, erklären wir Ihnen in dieser Folge. 

Größere Blechformen werden in einzelnen Sektionen angefertigt, denn sie sind oft viel zu komplex, um sie aus einem einzigen Blech zu formen. Sonderkarosserien wurden auch schon früher in einzelnen Sektionen gebaut, bevor die Serienproduktion begann, und ganze Kotflügel in großen industriellen Metallstanzen gefertigt wurden. Bevor man also ein Bauteil nachfertigt, sollte man sich darüber Gedanken machen, in wie viele Sektionen das Bauteil aufgegliedert werden soll. Je weniger, desto besser ist es natürlich. Doch richtet sich der Anteil auch nach den persönlichen Fähigkeiten. Je besser die Kenntnisse sind, desto weniger Teile benötigt man. 

 

Je umfangreicher die Formen, umso mehr Einzelteile benötigt man. Um die Sektionen festzulegen, wird mit einem Linienklebeband die jeweilige Trennlinie auf die Form geklebt. Dies ermöglicht es Ihnen auch noch einmal, sich zu überlegen, ob die einzelnen Teile auch formbar sind, denn jede einzelne Sektion ist einzeln zu betrachten. 

Natürlich kann man aus Papier eine einfache Formschablone anfertigen 

Wesentlich detaillierter sind allerdings Formenschablonen, die aus Klebestreifen aufgebaut werden. Der umzuformende Bereich wird mit dünnen nebeneinander geklebten Klebebandstreifen 

 

abgeformt. Die Klebestreifen werden in einem Winkel aufgeklebt und zwischen den Klebestreifen eine schmale Lücke gelassen. Wenn die erste Schicht der Streifen die gesamte Form abdeckt, wird über diese Schicht eine weitere Reihe an Klebestreifen aufgetragen. Diese neue Schicht wird in einem entgegengesetzten Winkel aufgeklebt. Auch hier wird entsprechend zwischen den einzelnen Streifen jeweils eine kleine Lücke gelassen. Falls notwendig wird noch ein dritte Schicht aufgetragen. Diese Methode ist sehr zeitaufwendig, ergibt am Ende aber eine wirklich aufschlussreiche Schablone. Bevor nun eine weitere Schicht an Klebestreifen aufgetragen wird, werden auf der Oberfläche der Schablone wichtige Einzeichnungen und Notizen gemacht. Hier sind Markierungen, Schnittkanten und Vermaßungen sehr wichtig. Das Blech wird sich später beim Umformen völlig verändern und eventuelle Markierungen können sich verschieben oder verziehen. Daher sind die Markierungen auf der Formenschablone, die immer wieder übertragen werden können, sehr wichtig. Aber auch ist es alleine mit der geklebten Schablone nicht getan. 

Es müssen noch Radienformen angefertigt werden. Dafür benötigt man Passermarken, damit die Schablonen später immer an der richtigen Stelle angelegt werden können. Je besser die Schablone vorbereitet ist, desto besser können Sie später die Form neu aufbauen. Solche Schablonen können auch aufgehoben werden und sind immer wieder einsetzbar. 

 

Wir haben auf unserer Schablone die Mittellinie, eine Querschnittslinie über die Breite und vier weitere Querschnitte über die Tiefe eingezeichnet. An der Vorderkante ist die Linie schraffiert eingezeichnet, an der später eine Wölbung in die entgegengesetzte Richtung geformt wird. Nach den ganzen Einzeichnungen wird nun die gesamte Schablone noch einmal mit zwei Schichten aus durchsichtigem Klebeband überzogen. 

Entlang der Querschnittlinien werden nun Schablonen aus Pappe angefertigt. Entweder nimmt man dazu ein Stück Draht, oder eine Formenlehre. Die Form wird grob auf die Pappe übertragen und ausgeschnitten. Legt man nun die Schablone an der Form an, kann es sein, dass sie nicht genau stimmt. Daher wird mit einem flach auf die Form gelegter Stift, der Querschnitt noch einmal abgefahren und auf die angesetzte Pappe übertragen. Damit erhält man eine sehr genaue Form. Nun wird die Form nochmals ausgeschnitten und eventuell mit einem feinen Schleifpapier geglättet. Auf diese Schablone werden nun alle notwendigen Passermarken, die vorher angezeichnet wurden, übertragen. Diese sind wichtig, damit die Schablone immer richtig angelegt werden kann.  

 

Die Schablone aus Klebeband wird nun zuletzt entlang der äußeren Linie mit einem Skalpell zurechtgeschnitten und vorsichtig abgehoben. Die klebende Rückseite wird mit Babypuder bestreut. Damit klebt sie nicht mehr. 

 

Nun erkennt man schon die genaue Form des umzuformenden Blechs. Man kann erkennen, an welcher Stelle das zuerst einmal flache Blech gestreckt oder gestaucht werden muss. Als einfache Faustregel gilt: wenn man die Finger über die Form hält und man muss die Finger zusammenpressen und nach innen wölben, muss das Blech am Rand gestaucht werden. Müssen die Finger an der Form gespreizt und nach oben gebogen werden, dann muss das Blech gestreckt werden.  

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